14.09.2016

GZSZ #6084: Die Schaufensterpuppe und das Kreativ-Team [Folgenecho #0073]

Ausstiegsgeschichte nah am Negativrekord


Bei Selma steht uns ein weiterer Ausstieg bevor, der in seiner an den Haaren herbeigezogenen Plötzlichkeit kaum zu überbieten ist. Womit man sich lediglich trösten kann: Diesmal wird nicht von heute auf morgen ins Ausland ausgewandert, sofern man Freising und Bayern denn zu Deutschland zählen möchte. Aber was für ein glücklicher Zufall, dass Selmas Familie just nach ihrer Trennung von Jonas beschließt, zurückzukehren und ihr somit den Ausweg des Abhauens bietet, von dem viele andere Teenager in schwachen Momenten wahrscheinlich auch träumen. Der fragwürdigste Part der Geschichte bleibt aber, dass GZSZ Selma die Umzugspläne auch erst jetzt eröffnet hat. Die ganze Betrugsgeschichte wurde doch offensichtlich auf diesen Moment hin erzählt, da hätte man ihn ja auch vorher schon einmal andeuten können, sodass sie nicht im wahrsten Sinne des Wortes von heute auf morgen aus Berlin verschwindet. Es wirkt fast so, als hätte man es aufgrund versuchter Vertragsverlängerungsverhandlungen bis zum letzten Moment offen lassen und nach dem Scheitern dann diese Ausstiegsgeschichte mit einer Dauer nah am Negativrekord erzählen müssen. Immerhin aber erhält Jonas eine gerechte Strafe für sein fieses Verhalten, das mit dem Seitensprung begann.

Eine absurde Versöhnung


Emilys "Entschuldigung" bei Sophie und die anschließende Versöhnung hätte kaum merkwürdiger sein können: Die Intrigantin erklärt, sie ist nur von Jasmin geschickt worden und weiß gar nicht, wofür sie sich entschuldigen soll, kurze Zeit später brechen die beiden in Gelächter aus und alles ist wieder gut. Den gleichen Blödsinn wiederholen sie dann bei Jasmin im Laden, wo sie noch mal Streit spielen und dann ihre Einigkeit demonstrieren. Milo, der als Unterwäschemodel offensichtlich nichts anderes zu tun hat, als grinsend in Unterwäsche im Hintergrund zu stehen, steht grinsend in Unterwäsche im Hintergrund, bis Emily ihn ermahnt. Im Rahmen der absurden Versöhnung fällt dann noch ein Satz, dessen Inhalt schwer verständlich ist: Emily, Attacke-Tussi und CityStylz-Sophie wollen im Zweifelsfall von nun an "teilen". Soll man das auf Milo übertragen? Es werden ja nicht beide Labels das gleiche Model verwenden wollen. Das wiederum könnte die Frage aufwerfen, wie Sophie eigentlich das Problem mit der vernünftigen Schaufensterpuppe, die ihr fehlt, löst. Denn sonst müsste sie doch bei ihrem launischen Chef direkt wieder vor der Degradierung zur Sekretärin stehen. Schließlich hat er ihr ja auch jetzt schon wieder vorgeworfen, sie habe ihre Hormone nicht unter Kontrolle.

Hauptsache Katrin


Noch in seiner Briefträgeruniform betritt Bommel KFI International, Alexander spricht ihn an, ob er schon neue Ideen für das Kiezfest hat, er verneint. Aber er hat den dringend erwarteten Brief für Katrin und platzt einfach in ihr Gespräch mit Gerner, um im gleichen Atemzug zu erwähnen, dass er gerne mit ihr über das Kiezfest sprechen würde. Schlussfolgerung: Es ist ihm völlig egal, dass er eigentlich in Alexanders Kreativ-Team arbeitet, Hauptsache, er kann was mit Katrin besprechen. Doch Gerner macht ihm einen Strich durch die Rechnung, nachdem Katrin bekundet, keine Zeit zu haben und der Anwalt sich als Gesprächspartner anbietet. In diesem kleinen Meeting beschwert er sich dann, als Gerner ihn nach dem Ordnungsamt-Antrag fragt, weil er seinen Job anders versteht - schließlich ist ihr kreativer Berater mit der Betonung auf "kreativ". Nun ja, wer das Oberhaupt des Kreativ-Teams ist, habe ich ja bereits erwähnt, das ist eben nur die gerechte Strafe für das Übergehen von Alexander zugunsten einer Minute mit Katrin. Später im Spätkauf gibt Bommel dann sogar zu, dass er sich vorgestellt hat, statt mit Paragraphenreiter Gerner mit Katrin zusammenzuarbeiten wie früher, als sie das auf beruflicher Ebene nie getan haben. Schon flammen alte Gefühle auf und es kommt zum Kuss. Wenn das doch nicht nur das Appetithäppchen wäre, nach dem man uns nun monatelang verhungern lassen wird.

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