15.09.2016

GZSZ #6085: Das Landei und die Gefühlskontrolle [Folgenecho #0074]

Abschiedsalbum Selma


Vor der nächsten Folge ist ja noch nicht ganz klar, ob Selma jetzt schon das letzte Mal zu sehen war, da sie sich allerdings bereits auf dem Weg zum Flughafen befindet, ist nun wohl der richtige Zeitpunkt für ihren Eintrag ins Abschiedsalbum. Als Aylas Cousine zunächst nur auf Probe in Berlin erhielt sie von Anni schnell den Spitznamen "Landei" und hatte es nicht immer leicht in der WG, aber am allerschwersten mit ihrer kontrollfreakigen Cousine, deren offenes Ohr gleichzeitig von allen Mädels in der WG über die gesamte Dauer das miserabelste war. Bezeichnend deshalb, dass Lilly und Anni - diese sogar zwei Mal - Selma beim Abschied um den Hals fallen, während Ayla das tut, was sie am besten kann: Dumm gucken. Klar, hier wird die Umarmung am Flughafen nachgeholt, trotzdem ist der Gedanke auffällig, dass eigentlich alle ein besseres Verhältnis zu Selma aufgebaut haben als Ayla. Das beste Verhältnis, wenn auch mit einigen Hochs und Tiefs, hatte Selma zu Jonas, erst bester Freund, dann Freund und zwischendurch immer wieder dümmliche Nervensäge. Der Ausstieg zum jetzigen Zeitpunkt ist besonders schade, weil man endlich das Gefühl hatte, Selma ist angekommen, denn nach langer Monothematik im Teenie-Bereich brachte die Beziehung mit Jonas und der Anschluss an seine Familie sowie insbesondere der Job im Vereinsheim inzwischen eine Bindung an so viele Castmitglieder, dass der weitere Aufbau und vielleicht auch das Erwachsenwerden eine reizvolle Fortsetzung gewesen wären. Aber es musste ja alles anders kommen, Jonas musste Selma unter freiem Himmel in einem Boot betrügen, sie konnte es ihm zwar verzeihen, liebt ihn aber nicht mehr und hat somit den wohl doch einzigen Grund verloren, der sie überhaupt in Berlin gehalten hat. Denn sämtliche anderen Freundschaften sind auf einmal so egal, dass sie nach dem Erhalt der Nachricht der Rückkehr ihrer Familie innerhalb von zwei Tagen ihren eigenen Abschied beschließt. Nichtsdestotrotz: Mach es gut, Selma. Danke, Rona.

Comeback


Philip ist wieder da! Nicht Nebenrollen-Philip, der Emily den Kopf waschen darf, sondern Hauptrollen-Philip, der sich in den letzten Zügen seines Studiums befindet. Die ersten Dramen mit Lärmbelästigung zu Hause, Dauerstörungen im Vereinsheim und dem verschwundenen USB-Stick sowie der verlorenen Präsentation waren schnell - denn schließlich innerhalb von einer Folge - überwunden, doch mit Jonas' großem Finale scheint die Katastrophe perfekt. Apropos Jonas: Als er den Spätkauf hinter Selma her rasend verlassen hat, hat er Lilly doch angefleht, jetzt ganz schnell mitzukommen. Kurze Zeit später stand er dann alleine vor der Tür der leeren WG. Da hat ihn Lilly gleich doppelt im Stich gelassen: Mit ihr beziehungsweise ihrem Schlüssel hätte er diese an seinen Kopf erinnernde Leere sofort gesehen. Was verpasst der eingesperrte Philip jetzt eigentlich? Disputation oder Dissertation? Und wer versteht eigentlich, was das ist?

Hochzeit gegen Gefühle


Das Vorgeplänkel zum großen Cliffhanger kann man fast überspringen, weil es alles vorher klar war: Katrins und Bommels Kuss war ein Fehler, er hat ja eine Freundin, zwischen ihnen funktioniert es einfach nicht. Ein kleines Aha-Erlebnis verbarg sich nur im Gespräch mit Maren im Mauerwerk. Moment, kurzer Einschub: Gespräche zwischen den beiden Freundinnen sind das ja eigentlich kaum mehr, sondern Katrin monologisiert über ihre Gefühle und Maren guckt dann so lange komisch, bis sie sie verunsichert hat. Die interessante Erkenntnis jedenfalls war, dass Katrin tatsächlich Schwäche zeigte und sich selbst fragte, warum sie ihre Gefühle nicht mehr kontrollieren kann. So, und was macht man, wenn man seine Emotionen nicht mehr beherrscht? Natürlich, man deckelt sie mit der Idee der Annahme des rationalsten und unromantischsten Heiratsantrags aller Zeiten. Denn wenn es erst zur Hochzeit kommt, werden die Gefühle für Bommel, Entschuldigung, er wird ja jetzt immer häufiger Till genannt, natürlich vollkommen verschwunden sein. Wer's glaubt.

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